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Wenn die Wohnung zum Hindernis wird – 5 typische „Fallstricke“ im konventionellen Bau

Eine genaue Bauplanung hilft, Barrieren von Anfang an zu vermeiden

Barrierefreier Wohnraum wird hierzulande immer gefragter. Im Jahr 2030 werden vermutlich über ein Drittel aller Deutschen älter als 60 Jahre sein und dennoch mit zunehmenden Alter schlechter sehen, in ihrer Bewegung eingeschränkt oder anderweitig krank sein. Haben diese Menschen in ihrem Jugendalter jedoch ein herkömmliches Eigenheim erbaut, kann das eigene Zuhause im steigenden Alter zur unüberwindbaren Hürde werden. Denn nur dann, wenn die Immobilie von Beginn an barrierefrei geplant und konzipiert wurde, bereitet das Eigenheim auch im hohen Alter viel Freude. Häuser ohne Barrieren mit einer praktischen Raumaufteilung gewähren ein Maximum an Flexibilität und Unabhängigkeit bis ins hohe Alter. Doch welche Aspekte sind es im Einzelnen, die Menschen mit Handicaps in einem konventionellen Wohnobjekt zum Verhängnis werden können?

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Mehr Sicherheit mit dem richtigen Boden

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Der richtige Boden spielt in einer barrierefrei eingerichteten Wohnung eine wichtige Rolle. Beispielsweise verhindern aus Korklinoleum oder Kunststoff bestehende Böden ein schnelles Stolpern oder Ausrutschen, das sich auf glatten Fußböden wie Laminat oder Fliesen nur schwer verhindern lässt. Ein dicker Teppichboden stellt Menschen mit Handicaps ebenfalls vor ungeahnte Herausforderungen, die in einer barrierefrei eingerichteten Wohnung vermieden werden sollen.

Die Haustechnik spielt bei einem behindertengerecht eingerichteten Wohnobjekt ebenfalls eine wichtige Rolle. Um Barrieren im Wohnalltag zu überwinden, tragen automatische Türöffner und Details wie elektrische Rolllädenkästen intensiv zum Bedienkomfort bei. Andere Elemente der Elektroinstallation wie unterfahrbare Herde oder fahrbare Waschbecken erleichtern Ihnen ebenfalls den Alltag in den eigenen vier Wänden.

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Stufenlose Schwellen als wichtige Grundlage

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Möchten Sie Ihre Immobilie barrierefrei einrichten, ist ein Haus ohne Stufen oder eine Wohnung ohne Stufen unerlässlich. Bitte planen Sie möglichst schwellenfreie Übergänge ein, da Erhebungen in jeglicher Form (wie Treppenstufen) ältere oder behinderte Menschen vor unüberwindbare Probleme stellen. Besonders gut eignen sich Bungalows, die auf einer Wohnebene angeordnet sind. Treppenstufen, die zum Überbrücken kleiner Niveauunterschiede vorhanden sind, bilden ebenfalls eine Barriere und sollten durch Rampen ersetzt werden. Um auch ohne Stufen einen Wechsel von einem Stockwerk in das nächste zu ermöglichen, ist der Einbau eines Treppenlifts eine ausgezeichnete Alternative. Ohne Schwellen sollten Sie ebenfalls Ihre Dusche konzipieren, sodass sie Ihnen auf bodengleicher Ebene einen einfachen Einstieg ermöglicht.

Haben Sie den Grundriss Ihres Hauses falsch geplant, ist es schwierig, sich unkompliziert mit dem Rollstuhl zu bewegen. Der Wendekreis des Rollstuhls sollte für Sie bei der Gestaltung eines Hauses eine ausschlaggebende Rolle spielen – ein Aspekt, dem in zumeist kleinen Räumen wie der Küche oder dem Bad eine besondere Bedeutung zukommt. Offene Wohnkonzepte bieten im Vergleich zu geschlossenen Räumen den generellen Vorteil, dass sie ebenso wie die vorhandene Wohnungseinrichtung einfacher neuen Lebensumständen anpassen lassen. Beispielsweise bietet ein großzügig gestaltetes Treppenhaus wesentlich mehr Möglichkeiten, im Bedarfsfall mit einem Treppenlift ausgestattet zu werden. Einfache Trennwände sowie offene Wohn-Essbereiche bieten für eine barrierefreie Umgestaltung der Immobilie wesentlich mehr Flexibilität als massive Mauern.

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Sind Griffe und Schalter in sitzender Position erreichbar?

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Griffe und Schalter sollten in einer Höhe angeordnet werden, die für Rollstuhlfahrer unkompliziert erreichbar ist. Befinden sich Griffe und Schalter in einer Höhe von etwa 85 Zentimetern und beachten Sie einen seitlichen Wandabstand von mehr als 50 Zentimetern, werden Sie Sanitärarmaturen, Lichtschalter oder Heizkörperventile gut bedienen können. Mangelt es Ihnen im Bad an Haltegriffen für Duschsitze, die Toilette oder den Waschtisch, müssen Sie sich ebenfalls immer wieder mit diesen Barrieren auseinander setzen.

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